Die haben doch nen Vogel

Letztes Wochenende war hier in Sevilla ein Mittelaltermarkt. Es gibt im Sommer hier und da Mittelaltermärkte, das ist eine nette Gelegenheit mit Freunden oder der Familie mal etwas anderes zu unternehmen. Und warum auch nicht, jeder dieser Märkte hat etwas Besonders zu bieten, manche sind reine Jahrmärkte, die neben Essen und Getränken hauptsächlich Tand anbieten. Andere Mittelaltermärkte haben Showeinlagen oder ein richtiges Programm.

Ein Renner auf jedem Mittelaltermarkt sind die Holzschwerter, so auch hier in Sevilla. Auf dem Mittelaltermarkt in Sevilla gab verkleidete VerkäuferInnen an den Ständen und Buden, es gab ein Programm mit Ritterkämpfen, Vorführungen und Musik. Ja, es gab eine Band, die life gespielt und gesungen hat, das hat man schon von weitem gehört. Das geschulte Ohr hat jedoch noch mehr gehört, es handelte sich um irische Volkslieder, die gesungen wurden.

Ja, richtig es wurden Lieder gesungen, die ihren Ursprung in Irland haben, aber es geht noch weiter, diese Lieder stammen nicht aus dem Mittelalter, sondern sind wesentlich älter. Diese irischen Volkslieder sind auf die Kelten zurückzuführen. Das ist interessant, weil es auch in Galicien Kelten gab, die bei einer Völkerwanderung nach Irland gerieten, die Verbindung zwischen Galicien und Irland ist bekannt. Eine Verbindung zu Spanien ist also zumindest darstellbar. Aber die Verbindung zum Mittelalter, die bleibt im Dunkel des Mittelalters verborgen. Was letzten Endes zählt, ist, dass die Musik Anklang fand und allen Anwesenden sichtlich gefallen hat. Es war also ein gelungenes Fest, so möchte man meinen.

Aber einen Wermutstropfen gab es doch – die Vogelausstellung. Es wurden verschiedene Raub- und Greifvögel der Region zur Schau gestellt. Das war schrecklich. Nicht weil ich mich vor den Vögeln fürchte, sie sind durchaus Furcht erregend, nein, nicht deshalb, sondern die Art und Weise wie das geschehen ist, hat mich entsetzt. Die Adler, Käuzchen, Eulen, Milane und anderen Vögel waren nicht, wie man meinen könnte in Käfigen untergebracht, sondern an Pflöcken angekettet, das war auch vertretbar, aber nicht die Nähe zu den Zuschauern oder dem Publikum, das ging gar nicht. Auch die Tatsache, dass die Vögel keine Möglichkeit hatten sich zu verstecken oder den Blicken auszuweichen, hat mir widerstrebt. Es gab zwar Schilder, die besagten, dass man die Tiere nicht füttern solle, aber keines das besagte, dass man den Blitz nicht verwenden dürfe und mal ehrlich, der zuständige Hansel, dem war eh alles gleichgültig.

Ein Adler hat dem ganzen dadurch Ausdruck verliehen, dass er im wahrsten Sinne des Wortes versucht hat die Leute anzuscheißen. Ja, richtig, er hat beim Scheißen versucht die Menschen zu treffen. Um ihn und seinen herum sah man Strahlen Richtung Publikum gehen – Strahlen aus Kot. Das war schon erstaunlich und es haben ihm auch nur Zentimeter gefehlt, dann hätte er getroffen, vielleicht hätte er auch getroffen, doch Strohballen haben da verhindert.

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Ein Gedanke zu “Die haben doch nen Vogel

  1. Wo sind PETA wenn man sie mal braucht? Das ist ja wirklich erschreckend. Nur ist es auch leider nicht verwunderlich, in einem Land, das Stierkampf, also langsames Töten, immer noch als Sport oder Männlichkeitsritual betrachtet.

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