Zukunft Buch

Ein Aspekt bei der Diskussion um die Zukunft des Buches ist das Self-Publishing. Eine Frage, die viele umtreibt ist: Was hat Self-Publishing der Bücherwelt gebracht? Das heißt, was hat es den Verlagen, was den Autoren, was den Lesern gebracht?

Self-Publishing gibt es schon lange, aber erst seit etwa fünf Jahren in der heutigen Form. Erst jetzt ist es möglich, dass der Autor wirklich alle Schritte der Veröffentlichung seines Buches selbst in die Hand nimmt. Zudem gibt es einen sprachlichen Wandel, was heute Self-Publishing ist, das war früher selbst verlegen. Früher war es verpönt, heute ist die Stigmatisierung weggefallen. Früher hatten Selbstverleger ein Sendungsbewusstsein, sie wollten persönliche Erfahrungen teilen, heute werden alle Arten von Texten via Self-Publishing veröffentlicht.

Einen großen Anteil daran haben die Digitalisierung mit eReadern, Lese-Apps und online Plattformen wie zum Beispiel Amazon. Sie haben zusammen eine Infastruktur geschaffen, die durch Print-on-Demand abgerundet worden ist. Der Markt hat die Veränderung mitgemacht. Finanzierungen können heute ganz anders aussehen, als noch vor wenigen Jahren. Es ist kein Stigma mehr keinen Verlag zu haben.

Leider ist nicht alles so positiv, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Self-Publishing hat einen neuen und ihm eigenen Stellenwert. In der Belletristik ist der Ruf schlecht, Self-Publishing gilt als ein Markt für das Minderwertige. Als großer Nachteil wird fehlendes Lektorat genannt. Zudem orientiert es sich nicht nur inhaltlich, sondern auch preislich deutlich nach unten. Ohne die schnelle und unkomplizierte Digitalform wäre dieser Markt vermutlich nicht in diesem Ausmaß entstanden.

Oft wird behauptet, dass das E-Book-Format und hat der günstige Lesestoff bisherige Nicht-Leser erreicht habe. Aber das ist nicht bestätigt und deren Zahl dürfte sich in Grenzen halten. Das neue Marktsegment bedeutet nämlich leider nicht neue Leser oder mehr Zeit zum Lesen. Budgets und Lesezeit verteilen sich nur neu. Der niedrige Preis ist aber wichtiger geworden und entscheidet oft über den Kauf.

Das Self-Publishing stärkt Autoren, aber es schwächt sie auch und es degradiert Verlage. Nun, Self-Publishing wurde zur Talentschmiede und zur Alternative von unverlangten Manuskripteinsendung. Im schlechteren Falle führten das dazu, dass sich in manchen Verlagen eine neue Strategie bildete: keine Vorschüsse, geringere Tantiemen und wenig bis kein Marketing. In manchen Verlagen können sich Autoren Dienstleistungen wie beispielsweise Cover, Lektorat oder Marketing „dazubuchen“, das heißt natürlich entsprechender Tantiemenabzug oder andere Verschlechterungen der Konditionen.

Allerdings muss durchaus zugestanden werden, dass das Self-Publishing das Selbstbewusstsein von Autoren sehr stark gefördert hat, da es jetzt eine ernsthafte Alternative zum Verlag gibt, selbst Verlagsautoren nutzen sie.

Self-Publishing hat mehr Leser-Nähe geschaffen. Die Fangemeinde ist das wichtigste Kapital von Self-Publishern. Pflege und Aufbau von Fans garantiert längerfristigen Erfolg. Self-Publisher müssen für ihre Leser greifbarer und präsenter sein, im Guten wie im Schlechten. Das große Unerwartete, das absolut Neue findet im Self-Publishing genauso wie in traditionellen Verlagen wenig statt, ob das in bald anders sein wird, bleibt unbeantwortet.

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