Digitale Realität

Ich bin gefangen. Ich darf nicht mehr raus unter Leute. Ich darf meine Freunde und Bekannte nicht mehr sehen. Von meinem Zimmer aus versuche ich so gut es geht digital auszugleichen, was ich analog nicht machen darf. Die gesellschaftliche Isolation und das daraus entstehende geistige Vakuum belasten mich. Das geht so nicht. 

Anfangs bereitet mir diese Situation keine Probleme, ich kann mit mir allein sein, das ist nicht neu oder schwer. Ich kann mich beschäftigen, anfangs ist es gar nicht weiter schlimm, wenn da nicht die vielen Informationen wären, über Covid19, Sars-Cov-2, Corona, das Virus, die Krankheit.. statt mein Leben zu führen, informiere ich mich über das Unwissen der Anderen. Alles ist neu und die Informationen überschlagen sich. Parallel dazu verändert sich die Kommunikation, WhatsApp füllt sich mit Nachrichten, Fotos, Videos und vielen weiteren Dingen, die uns beschäftigen. Mehr und immer mehr füllt unsere Köpfe, theoretisch wissen wir, dass wir sortieren, evaluieren und auswerten müssen, um die Informationen einordnen und nutzen zu können. 

Aber es ist zu viel, wir sind ständig online. Wir nehmen uns nicht die Zeit zu verstehen, zu verdauen… wir erleiden einen Burnout durch Reizüberflutung, die Verwirrung und das daraus entstehende Chaos wird von weiteren Informationen aufgefüllt, Trockenheit, Erdbeben, Heuschreckenplage, Pest, soziale Unruhen, gewaltsame Ausschreitungen, Proteste, Mord und Totschlag, Gendersternchen, Transsexualität, Veganer, Politik, Trump und noch viel mehr, es wird schwer, immer schwerer… Ich sehe was, was du nicht siehst… 

Ich lebe Fiktion, meine Kommunikation über Blogs zeigt Aspekte, die jedoch fiktional bleiben. Die digitale Realität lässt auch mich im Chaos versinken, aber je länger die Pandemie anhält, desto besser lerne ich mich selbst zu organisieren, die Informationen zu sortieren. Ich mache selbstbestimmt und heiter weiter.

Nähe und die Corona-Pandemie

Digital statt analog. Unser Leben hat sich durch die Corona-Pandemie stark verändert. Der Alltag richtet sich neu aus, wir verbringen mehr Zeit allein und im Hausinneren. Das zeigt, dass wir nach und nach sich neue Routinen bilden müssen.

Anfangs hatten wir gehofft, dass das Virus schnell besiegt würde und wir zur Normalität zurückkehren könnten, also haben wir Hände gewaschen, Abstand gehalten und Maske getragen. Doch dann kam und ging der Sommer, jetzt ist es Herbst und die Laune wandert immer weiter nach unten. Problematisch ist, dass keine Hoffnung besteht, dass sich diese Situation bald verbessert. Die Zeit vergeht und Nichts passiert.

Je länger die Corona-Pandemie dauert, desto mehr fehlt allen Menschen Nähe und zwar ganz besonders körperliche Nähe mit Berührungen, aber auch Sex. Die Familien sind in ihrem Dasein auf die Kernfamilie zusammengeschrumpft, Großeltern und entfernt wohnende Familienmitglieder können nicht besucht und getroffen werden. Das schafft vielfältige weitere Probleme. 

Ein Problem ist die Einsamkeit, dazu wird nicht auf Vorsicht gesetzt, sondern Vertrauen auf ein verantwortungsvolles Verhalten wird durch Misstrauen ersetzt. Das beeinträchtigt die Psyche der Menschen. Depressionen nehmen zu und vergiften die Situation noch zusätzlich. Doch wir befinden uns erst am Anfang des Herbstes und der Winter ist noch weit weg. Das lässt Hoffnung und Mut noch weiter sinken. 

Die Corona-Pandemie verschlechtert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Phänomen wird durch verschiedene Auswirkungen der Pandemie wie beispielsweise die BLM-Bewegung, diverse Minoritäten und Proteste von vielfältig zusammengewürfelten Gruppen verstärkt. Die Zersplitterung der Gesellschaft sorgt für Trennung und ein Gegeneinander statt ein Miteinander. 

In anderen Worten: Wir erleben soziale Isolation und wir leben ein geistiges Vakuum in chaotische Desorientierung eingebettet.