Die einfachen Sachen

Jeder Mensch folgt seiner eigenen Routine. Daran hat sich auch in Zeiten der Corona-Pandemie nichts geändert. Nun gut, es gibt Dinge, um die herum sich unsere Routinen nun organisieren, aber irgendwie organisiert man sich. Es gibt immer wieder Momente, in denen man verzweifeln möchte, aber das sind Momente der Schwäche, denn wir wissen ganz genau, dass wenn wir nichts tun, nichts gemacht wird. Also, gehen wir weiter unseren Routinen nach und wenn die Ausgangsperre von 18.00 bis 07.00 am kommenden Morgen währt, dann halten wir diese ein, in dieser Zeit können wir im Haus unseren Tätigkeiten nachgehen und es gibt immer etwas zu tun. Selbst stumpf vor dem Fernseher sitzend folgen wir unserer Routine. 

All die Einschränkungen, Beschränkungen, mal ehrlich, die meisten Dinge haben die Menschen hier im Ort nie oder nur in Ausnahmefällen genutzt. Hier befinden wir uns in einem kleinen Ort irgendwo im Nirgendwo, es könnte überall sein. Gut fast überall, wir sind hier in einem recht fruchtbaren Tal, das südliche Klima lässt alles gut wachsen, sofern es reichlich Wasser gibt. Die meisten Menschen hier leben mit und in der Natur, klar, Strom, fließendes Wasser und Internet gibt es. Aber eigentlich benötigen die wenigsten Menschen etwas aus den Geschäften und es gibt ja auch einen Laden, in dem der Einfachheit Brot und verschiedene andere Dinge erworben werden können. 

Die ganze Sache mit der Corona-Pandemie macht besonders den älteren Leuten aber Angst. Es ist keine reelle Angst, sondern die Furcht vor dem Unsichtbaren. Krankheiten sind unheimlich für die Menschen hier, sie entziehen sich dem rationalen Fassungsvermögen. Zudem gibt es natürlich auch die übliche Maskenpflicht, die die Gesichter der Bewohner entstellt. Groß und Klein tragen die Masken immerfort, es ist keine Mode, es ist die Angst, welche den meisten Menschen ins Gesicht geschrieben ist. 

Nichts desto trotz geht das Leben weiter, alle Tiere werden versorgt, die Ziegen werden täglich gemolken, die Gärten bestellt. Die Feldfrüchte werden geerntet und dann entweder weiter verarbeitet oder verzehrt. Ab und zu ein Schlachtfest, das neben der Jagd die Fleischversorgung sichert. Es fehlt an nichts, auch dann wenn es kein Bargeld gibt, um sich die in der Werbung angepriesenen Dinge ins Haus zustellen. Aber einen Mangel erleiden die Menschen nicht, sie haben von allem, was diejenigen mit den bunten und schillernden Gegenständen träumen, Land, Grund und Boden und dazu noch Häuser und Gebäude, einfach von allem was existentiell nötig ist. Der scheinbare Reichtum der schillernden Städte wird am Ende doch vom rustikalen Charme übertrumpft. 

Der Routine folgend wissen die Menschen hier, was sie benötigen, und auch die Städter finden sich plötzlich im Angesicht mit dem Virus im Minimalismus wieder. 

Zukunft Vision oder Albtraum

Derzeit ist der Blick in die Zukunft von Angst gekennzeichnet, zumindest wenn man den Medien glauben schenken darf. Andere sehen in der Katastrophe jedoch eine Chance. Kurios, wenn man das chinesische Wort für Katastrophe betrachtet, dann fällt auf, dass es ebenfalls das Gegenteil bedeutet, Glücksfall und Chance. 

Ein Schelm, der Böses denkt. Aber ich denke, wir sollten uns daran ein Beispiel nehmen und statt nur auf das Negative und Zerstörerische zu sehen, müssen wir diese Sichtweise beenden und endlich die Chancen erkennen und die Katastrophe in einen Glücksfall zu verwandeln. Das hört sich doch gut an, oder? Doch wie kann das funktionieren? Wie macht man das? Gute Frage. 

Dazu erscheint es mir notwendig festzustellen, was durch die Corona-Pandemie negativ beeinflusst wird, wo es unliebsame Veränderungen gibt, die müssen klar benannt werden und dann muss im nächsten Schritt ein Lösungsansatz gefunden werden. 

Nun denn, wir lebten vor der Corona-Pandemie in einer freiheitlich orientierten Gesellschaft, es gab vielfältige Freiheiten, die uns jetzt entweder genommen sind oder sehr stark beschnitten sind. Die Freiheitsrechte bilden die Grundrechte aller Menschen unserer Gesellschaft. Es geht bei Freiheit vor allem um Gleichheit, Teilhabe und den westlichen oder occidentalen Lebensstil, für den unsere Vorfahren lange und erbittert gekämpft haben. Jetzt ist es an uns dafür einzutreten, dass die errungenen und ausgehandelten Freiheiten und Rechte aufrecht zu erhalten. 

Das Problem mit der Corona-Pandemie ist, dass wir uns nicht mehr versammeln dürfen, die Versammlungsfreiheit wurde stark eingeschränkt. Die Meinungsfreiheit wurde so verbogen, dass Angst den Diskurs bestimmt, was natürlich die Freiheit ad absurdum treibt. Wir dürfen uns nicht mehr frei in der Welt bewegen, was uns unsere  Bewegungsfreiheit nimmt. Die meisten Veränderungen wurden und werden nicht demokratisch durch Diskussionen und Verhandlungen auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse eingeführt. Stattdessen gibt es Dekrete und Verordnungen, die ohne demokratische Legitimierung zur Norm werden. Wenn diese zumindest eine zeitliche Begrenzung hätten, dann wäre das eine Sache. 

Stattdessen ist die Bevölkerung gespalten, es gibt diejenigen, die Angst vor dem unsichtbaren Virus haben und dann sind da auch noch die Anderen, die die Gefahr anerkennen, aber für sich selbst entscheiden wollen, ob sie sich der Gefahr aussetzen oder nicht. 

Die Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen gehörte früher selbstverständlich dazu, doch mehr und mehr erwarten Menschen, dass der Staat diese Verantwortung für die Bevölkerung übernimmt. Das Recht auf Selbstbestimmung erfordert Verantwortung von jedem einzelnen. 

Es heißt immer, dass wir zum Schutz der Risikogruppen uns bestimmten Regeln unterwerfen müssen, klar Gesundheit ist eines der höchsten Güter und Vorsorge ist sicher der beste Schutz. Also sollten wir alles tun, um unser Immunsystem zu stärken. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung an frischer Luft, Sport und ganz allgemein ein gesunder und ausgewogener Lebenswandel ist positiv, dagegen sagt niemand etwas. 

Doch das Immunsystem ist ein komplexes System, das nicht nur auf Schutz oder Abstinenz funktioniert. Ein wichtiger Aspekt ist, dass wir uns regelmäßig kleinen Gefahren aussetzen, damit das Immunsystem lernen kann. Wir müssen mit und zu anderen Menschen Kontakt haben, auch das schult und trainiert unser Immunsystem. Einsamkeit schwächt das Immunsystem. Dazu kommt, dass Einsamkeit depressive Verstimmungen und psychisch bedingte Erkrankungen fördert, das wirkt sich auch negativ auf unser Immunsystem aus. Unsere Widerstandskraft erfordert es, dass wir unserer Art gemäß leben, das heißt zusammen und in Gemeinschaft. Vernachlässigen wir diese Voraussetzungen und Bedürfnisse, dann werden wir anfälliger für Krankheiten. 

Viele ältere Menschen, die seit längerer Zeit nun schon stark isoliert leben, sagen deutlich, dass ihnen ihre Lebensqualität wichtiger ist als die Sicherheit der Isolation. Verschiedene andere Menschen fordern auch einen verantwortungsvollen aber selbstbestimmten Umgang mit der Corona-Pandemie. Natürlich wissen wir noch nicht genug über Covid19 und SarsCoV-2, die bisherigen Erkenntnisse wurden noch nicht entsprechend zusammengetragen und ausgewertet, das muss vorangetrieben werden. 

Entscheidend ist für unsere Gesellschaft und die einzelnen individuellen Menschen, dass wir die Zukunft gestalten und das heißt die Verordnungen abschaffen und stattdessen wissenschaftliche Erkenntnisse zur Grundlage für ein geordnetes Leben auf demokratischer und freiheitlicher Basis erneut etablieren. 

Corona – Frust

Die Corona-Pandemie zieht sich nun seit Monaten dahin, ein Ende ist nach wie vor nicht in Sicht. Langsam aber sicher macht sich bei Allen der Frust breit. Es ist schon wahr, anfangs haben die meisten Menschen die Corona-Maßnahmen unterstützt und relativ einsichtig befolgt. 

Viele neue Aspekte fanden Eingang in den Alltag, gut die meisten waren gar nicht so neu, denn klar, Händewaschen, genauso wie viele andere Hygieneroutinen existierten, wurden nun jedoch als Regeln eingefordert. Sicher, Hand-Sanitizer und spezielle Hygienegels stellten eine Verstärkung und Umstellung dar, aber das ist nicht so gravierend. Die neuen Abstandsregeln waren auch kein Problem, ein persönlicher Raum und Abstand zu den Mitmenschen wurde von vielen Mitmenschen als eine Verbesserung empfunden. Das war alles kein großes Problem. Genauso wurden Homeoffice und Homeschooling von der Mehrzahl der Menschen als eine gute Sache begrüßt. Viele der Maßnahmen wurden am Anfang gerne akzeptiert, es gab einfach zu viel Unsicherheit durch Unkenntnis des neuen Virus’. 

Doch nach nunmehr 11 Monaten, in denen der Virus Teil unseres Alltages ist, verändert sich die Lage. Die Menschen fordern aus gutem Grund, dass die Mediziner und Behörden wissen und verstehen, was Sache ist. Die anfängliche Akzeptanz von Social Distanzing wird nun als Last empfunden. Manche sehen im verordneten Social Distanzing eine Regel, die Social Engineering bezweckt. Menschliche Nähe fehlt den Menschen, sie benötigen sie mehr als ihnen bewusst war. Und es ist wahr, der Mensch ist ein Herdentier, Privatheit und Abstand sind immer nur in bestimmten Situationen und für kurze Zeit willkommen. 

Einsamkeit war schon vor der Corona-Pandemie ein großes Problem in unserer Gesellschaft, das wurde und wird jetzt immer deutlicher und schlimmer für die Betroffenen. Hinzukommt, dass diejenigen, die schon vorher vermehrt unter Einsamkeit litten, Alte, Kranke und Singles werden am stärksten getroffen und werden nun noch mehr mit den entsprechenden Folgen in die Isolation getrieben. Man muss dringend Wege und Mittel finden, Distant Socializing zu ermöglichen. Die gesundheitlichen Folgen von Einsamkeit können genauso schwerwiegend sein, wie die Erkrankung am Virus selbst. Einsamkeit schwächt das Immunsystem und das muss doch gerade gestärkt werden. Lachen mit Freunden, Bekannten und Verwandten ist eine wirkungsvolle Medizin, gerade dann, wenn es keine Umarmungen und Berührungen geben darf. 

Die erweiterten Hygieneregeln mit Gesichtsmaske oder Mund-Nasen-Schutz sind in diesem Zusammenhang keine Hilfe, denn, wenn wir Menschen nur noch mit einem halben Gesicht sehen, dann fehlen hier auch viele Informationen bei der distanzierten Kommunikation. Das Gesicht ist mit Mimik, Gesten und kleinen individuellen persönlichen Eigenheiten ein wichtiges Kommunikationsmittel. Fehlen diese Informationen, fehlt auch dieser Aspekt der Kommunikation, fragt sich also, ob die Kommunikation dann noch wirklich gelingt. Dieser Mund-Nasen-Schutz trägt indirekt also zur Vereinsamung und im weiteren Verlauf zur Entfremdung bei. Das schadet der Gesundheit, einerseits der geistigen Gesundheit und andererseits auch wieder dem Immunsystem. 

Es gibt immer mehr sich stetig ändernde Regelungen, die als Verordnungen erlassen unseren Alltag mehr und mehr einschränken. Das hat natürlich zur Folge, dass die Freiheiten der einzelnen und der Gruppe extrem beschnitten werden. Außerdem erfolgt das nicht mittels demokratischem Konsens, sondern als Verordnung, das heißt, von oben befohlen. Das schürt den Unmut vieler Menschen zu Recht. Sicher, es geht um den Schutz der Gemeinschaft. Doch die Maßnahmen sind nicht verhandelbar und geht auf Kosten des Individuums und der Gemeinschaft. Das wird als falsch empfunden. 

In den vergangenen Monaten hat sich viel für den Einzelnen verändert, Freiheiten und Rechte wurden beschnitten ohne, dass es eine Vision für die Zukunft gibt. Nach wie vor ist nicht klar, wie mit dem Virus ein Leben in und als Gemeinschaft mit Kultur, Kunst, Bildung, Selbstbestimmung, Geselligkeit, Arbeit und Freizeit gestaltet werden kann. Natürlich, es wird von Anfang an von einer Impfung gesprochen, die alle Probleme lösen soll. Allerdings gibt es diese Impfung noch nicht. Es gibt Ansätze und Forschungserfolge, aber noch keine Sicherheit. Bekannt ist bisher nur, dass an einer auf auf Gentechnik basierenden Impfung geforscht wird. Das wird von vielen Menschen als gefährlicher als der Virus selbst angesehen. Aktuell werden verschiedene derartige Impfstoffe im Eilverfahren, in andern Worten, ohne die üblichen Sicherheitsmaßnahmen entwickelt. Derartige Gen-Impfstoffe existieren bisher nicht, man hat keine Erfahrungen, da kann man den Zweifel und das Mißtrauen der Bevölkerung nachvollziehen. 

Die Frustration steigt, die Maßnahmen werden strikter, es gibt immer mehr Kontrolle und damit wächst auch der Widerstand. Diese Entwicklung ist rein logisch nachvollziehbar. Die Corona-Pandemie wird für unsere Gesellschaft mehr und mehr zu einer enormen Herausforderung. Wir müssen entscheiden, wie es weitergeht, wir brauchen eine Vision und damit eine Sicherheit, an der wir arbeiten können. 

Vorsorge für Ausnahmesituationen

Besser man hat als man hätt’. Vorsorge gehört einfach zum rationalen Menschen dazu. Es gibt verschiedenste Szenarien, die man sich berechtigter Weise vorstellen kann. Außerdem sind alle Menschen vom Staat her beispielsweise dazu aufgefordert, genügend Vorräte Im Haus zu haben, um sich 14 Tage mit Nahrungsmitteln, Getränken und Medikamenten versorgen zu können. 

Dabei handelt es sich nicht um Angst oder Mißtrauen, es soll einfach für 

Ernstfall, Notfall oder Naturkatastrophe vorgesorgt werden. Man soll vorsorgen, doch wofür? 

Was, wenn die Infrastruktur unterbrochen wird? Dann sind wir auf uns selbst gestellt. Also, sollten wir uns darüber im Klaren sein, was die Infrastruktur leistet und wo wir die Möglichkeit haben gezielt vorzusorgen. Straßen, Grenzen und Sicherheit gewährleistet der Staat, aber auch die Versorgung mit Strom, Wasser, einem Gesundheitssystem, Bildungssystem und Sozialsystem wird vom Staat übernommen. Doch was passiert, wenn der Staat diese Funktion nicht mehr ausfüllen kann? Wir sind alle von all diesen Dingen auf die eine oder andere Art und Weise von all diesen Dingen abhängig. 

Zur Vorbereitung von Ausnahmesituationen oder einem Ausnahmezustand können und sollten wir Vorräte anlegen. Nahrungsmittel, Wasser, Medikamente, Verbandsmaterial, aber auch Kerzen oder Taschenlampen mit Batterien gehören dazu. Das ist nicht viel verlangt und leicht zu organisieren. Bei Stromausfall oder einer Überflutung kann man sich derart beispielsweise für einige Zeit selbst versorgen. 

So weit so gut, aber es gibt Menschen, die das nicht tun und dann gibt es auch eine Gruppe von Personen derart übertreiben, dass sie einen Blackout mit Anarchie, Chaos und Gesetzlosigkeit heraufbeschwören. Eine derartige Angst vor einem Ausnahmezustand mit Fokus auf Endzeitstimmung fordert viele Menschen dazu auf, sich auf den Zusammenbruch der Zivilisation vorzubereiten. Für diese Menschen geht es dann ums blanke Überleben. Deshalb bereiten sie sich noch viel gezielter vor, sie praktizieren Survival-Trainings, sie begeben sich mit einer entsprechenden Ausrüstung als Einzelkämpfer in die Wildnis der Wälder. Mit Zelt, Schlafsack und allem, was zum Überleben in der Natur benötigt wird, ausgestattet steigen sie aus. 

Katastrophen bringen im Menschen das Schlechteste und das Beste hervor. Während die Einen zu Einzelkämpfer werden, suchen die Anderen die Gemeinsamkeit in einer Gemeinschaft. Während die ersteren auf Survival oder Abenteuer setzen, kann in der zweiten Gruppe auch Bildung und Zukunftsgestaltung stattfinden. Problematisch ist, dass die meisten Katastrophenszenarien mit dem Zusammenbruch der Zivilisation spielen. 

Es ist sicher richtig, dass eine Katastrophe die Infrastruktur gefährden, in der aktuellen Corona-Pandemie kann man das an den Einkaufswagen sehen: Toilettenpapier und Pasta. Die Menschen hamstern Dinge, von denen sie glauben, dass sie eine große Bedeutung haben. Die Corona-Pandemie wie sie sich aktuell darstellt, ist nicht kompliziert. Sie fordert vom Einzelnen eine gute Hygiene, Händewaschen, Sterilisation der Hände und bestimmter Flächen, das ist keine große Sache. Dazu ist der persönliche Abstand wichtiger als bisher gehandhabt, viele Menschen empfunden es als sehr angenehm empfinden. Ein Einschnitt sind die Gesichtsmasken, mit denen Mund und Nase bedeckt werden sollen, das ist sicher für die meisten Menschen einer der Hauptunterschiede. 

Was sich aber zudem verändert hat und das ist sicher bedenklich, ist die Rechtshandhabung. Freiheiten werden beschnitten, Gesetze und Verordnungen werden im Namen der Pandemie erlassen, ohne dabei ein Ende oder eine Grenze aufzuzeigen. All das zeigt, dass Vorbereitung immer auch Bildung umfassen muss. 

Wen noch treffen?

Es ist jedem in der aktuellen Corona-Pandemie geraten seine Sozialkontakte zu reduzieren. Nun gut, aber was heißt das ganz konkret? Wen können und dürfen wir noch treffen? Es ist nicht leicht und schränkt auch ein.

Die Verantwortung liegt bei uns. Die Zahl der Coroa-Infizierten steigt und die Behörden und Medien warnen, weil sie damit jetzt noch nicht gerechnet hatten. Dabei war klar, dass es i Herbst einen Anstieg geben würde. Die Zahlen der Infizierten sind hoch, aber es wird auch viel mehr getestet und die der Erkrankten unter Kontrolle, die derjenigen, die im Krankenhaus und derer auf Intensivstationen ist niedrig. Wo ist nun das Problem? 

Der Corona-Virus ist gefährlich und wir wissen nicht, wie gefährlich er für uns persönlich sein kann oder für Personen, die wir anstecken könnten. Die Ansteckung erfolgt über Aerosole und Tröpfchen, im Freien kann das relativ einfach vermieden werden, doch wie sieht das in Innenräumen aus? 

Es geht darum, dass wir uns selbst schützen, um gesund zu bleiben. Gesund bleiben, richtig, das ist das Ziel. Vitamin D ist für unser Immunsystem verantwortlich, das Vitamin bildet unsere Körper selbst, dazu benötigt er aber Sonnenlicht. Also sollten wir immer Zeit im Freien verbringen. Ein Spaziergang mit Freunden, eine Wanderung durch herbstliche Landschaften, das hört sich nach einem Plan an, doch mit wem können wir das machen. 

Auch Sozialkontakte machen uns gesund und sorgen dafür, dass wir gesund bleiben, weil die psychische Gesundheit uns auch vor physischen Erkrankungen schützt. Es ist wichtig Kontakt zu anderen Menschen zu haben. Vielleicht ein gemeinsamer Spaziergang mit Freunden und den Kaffee dann doch lieber allein Zuhause bei einem online Kaffee-Klatsch? 

Richtig, die Frage ist, wie wir unsere Sozialkontakte in Zeiten der Corona-Pandemie organisieren ohne sie aufzugeben. Wir müssen auch nach draußen ins Freie, wir dürfen uns für unsere Gesundheit nicht in geschlossenen Räumen verschanzen. Ein Gleichgewicht ist gefragt, das müssen wir finden. Aber es gibt noch einen Aspekt, den ich hervorheben möchte: Wir dürfen uns nicht von der Angst steuern lassen. 

Innere Ruhe in Zeiten von Corona finden

Die Corona-Pandemie hat bei vielen Menschen eine innere Unruhe ausgelöst. Die Gefühlslage änderte sich je nach Tageslage und Informationen, die uns gerade erreichen. Wir empfinden Unsicherheit trotz Sicherheit. 

Das Leben geht weiter, es folgen Überlegungen und Gedanken zum Einfluss der neuen Krankheit, des Angriffs auf unser selbstbestimmtes Leben als Individuen in der Gesellschaft. Die Lage ist schwierig, aber nicht hoffnungslos. 

Eine mögliche Herangehensweise bietet uns Achtsamkeit, als Technik des menschlichen Bewusstseins oder anders ausgedrückt eine Sonderform der Aufmerksamkeit. Es handelt sich dabei um einen klaren Bewusstseinszustand, der es uns erlaubt, jede innere und äußere Erfahrung im gegenwärtigen Moment vorurteilsfrei zu wahrzunehmen und zuzulassen. Wenn wir Achtsamkeit ernsthaft und regelmäßig praktizieren, können wir feststellen, dass Glück und Lebensfreude nicht von äußeren Bedingungen abhängig sind. Die regelmäßige Praxis von Achtsamkeit hilft uns dabei einen stabilen Geisteszustand zu entwickeln, der es uns ermöglicht auch schwierige Situationen aus eigener Kraft zu meistern. Das heißt, wir können ein klareres Verständnis bezüglich uns selbst und hinsichtlich des eigenen Lebens in Bezug zur Krankheit entwickeln. Wir können so unsere Grenzen erweitern beispielsweise durch Beruhigung und Stabilisierung des Geistes, wodurch wir uns psychisch-emotionalen Belastungen, Stress-Situationen und widrigen Lebensumständen besser gewachsen fühlen. Weitere positive Wirkungen werden sein, dass wir mit uns selbst geduldiger und mitfühlender werden und uns besser akzeptieren, wir werden weniger ängstlich, seltener deprimiert sein. 

Diese achtsame Haltung hilft uns auch dabei eine Impulskontrolle zu entwickeln, um nicht mehr so häufig heftig aufzubrausen, indem wir negative Emotionen in sinnvolle Kanäle lenken. Wir werden selbstbestimmter und selbstbewusster handeln, freundlich aber bestimmt Grenzen setzen. Das bringt mehr Gleichgewicht, Stabilität, Souveränität und Lebensfreude und diese können wir auch angesichts schwieriger Situationen oder Lebensumstände behalten. Achtsamkeit

Corona

Covid19 der Kontrollverlust

Beauty und bildliche Darstellung boomen, trotz Abgeschiedenheit und Social Distanzing. Es stimmt sicher, dass schon vor der Corona-Pandemie Selfies einen großen Stellenwert hatten, zusätzlich sehen sich jetzt viele Menschen bei der Videokonferenz selbst. Sie beobachten sich und kontrollieren, wie sie gesehen werden. Das Ergebnis zeigt sich in gezielter Präsentation und Performance. Die Videokonferenz wie auch der Videochat werden so zu einem Film, bei dem wir selbst Regie führen. 

Die Darstellung beginnt mit einem perfekten Styling, Frisur, Make-up und Kleidung werden ihrer Wirkung entsprechend ausgewählt. Der Hintergrund wird entsprechen der persönlichen Ideen und Wirkungsabsicht gestaltet, dank Potemkin und den berühmten Potemkinschen Dörfern, wissen wir, wie wir unsere Bühne gestalten. Unser Auftreten, also Bewegungen, Stimme und so viele weitere Kleinigkeiten, werden so gut es geht ebenfalls inszeniert. Auf diese Art und Weise wird eine online Realität geschaffen. 

Ziel ist es dem Kontrollverlust durch extreme Kontrolle des Kontrollierbaren zu entgegnen. Wenn also am Anfang der Corona-Pandemie eine allgemeine Verwahrlosung zu bemerken war, übernimmt jetzt die Kontrolle. Wir kontrollieren uns, unsere Körper und seine Darstellung in Bild und Film. Das führt zu kuriosen Auswüchsen. Wenn zunächst alle zugenommen haben, wird diese Entwicklung jetzt differenzierter ausfallen, da gibt es diejenigen, die ein persönliches Gleichgewicht finden, die, die stetig weiter zunehmen und diejenigen, die eine Magersucht entwickeln. 

Die Ernährung ist schon lange eine Möglichkeit nach außen hin Andersartigkeit als Statement zum Ausdruck zu bringen, aber auch um das eigene Aussehen zu beeinflussen. Essgewohnheiten und Diäten gehören für viele Leute zum Alltag. So gibt es Vegetarier, die wegen des Tierwohls auf Fleischkonsum verzichten, andere leben dann zur Steigerung vegan und so wird die Schraube immer weiter angezogen. Dazu gibt es viele weitere Lebensstile, die sich durch das, was gegessen oder eben nicht gegessen wird, definiert. Zu einer weiteren Tendenz gehört aktuell das Fasten, Intervall-Fasten und gezielte Fastenkuren, die den Körper reinigen und perfektionieren sollen, stehen dementsprechend hoch im Kurs. Das Fasten hat die Diäten ideologisch abgelöst.  

Neben der Ernährung bildet Sport einen zweiten großen Bereich im Leben von Individuen. Wieder gibt es diejenigen, die sich dem Sport verweigern und diejenigen, die ein Gleichgewicht einhalten, die sich von einer dritten Gruppe unterscheiden, die es mit dem Sport übertreiben, sie betreiben Sport, um sich zu profilieren. Klar, der Wettkampf gehört zum Leben. 

In Zeiten der Corona-Pandemie geht es beispielsweise auch darum gesund zu bleiben, wir haben alle immer wieder gehört, gelesen und erfahren, dass Ernährung und Sport wichtig sind, um gesund zu bleiben. Den inneren Schweinehund zu überwinden und gesunde Routinen zu entwickeln, das ist doch gut. Aber ist es zielführend gegen den eigenen Körper zu kämpfen? Ernährung und Sport können positiv auf Körper und Geist wirken, aber wenn übertrieben wird, dann kann es auch zu Magersucht führen und das ist ungesund. Wer an Covid19 oder Sars-Cov-2 erkrankt, hat bessere Chancen, wenn er gesund und fit ist, Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und diverse weitere Wohlstandserkrankungen gelten als Risikofaktoren, die es zu vermeiden gilt. Es ist aber auch bekannt, dass ein paar Reserven auf den Rippen helfen in Krisenzeiten. Ein durch Magersucht oder Unterernährung gestresster und geschwächter Körper wird der Krankheit genauso wenig standhalten. 

Wie kann man sein Immunsystem stärken, sicher eine ausgewogene Ernährung in Verbindung mit Bewegung und Sport sind wichtig, aber es gibt weitere Faktoren, wie zum Beispiel innere Ausgeglichenheit, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit, weil sie dem Gefühlen von Kontrollverlust und Angst wirksam entgegentreten. Die Corona-Pandemie ist eine Gefahr, wir müssen vorsichtig sein, aber bitte mit Augenmaß und ohne zu übertreiben. Bleibt gesund! 

AHA-Formel

Der neue Alltag wird durch die AHA-Formel bestimmt. AHA!.? Ja, was soll das denn Bitteschön sein? AHA ist ein Akronym, es steht für Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Richtig, heute gibt es neue Verhaltensregeln, um den Alltag in Zeiten der Corona-Pandemie ohne Krankheit zu überstehen. 

Es gab schon in der Zeit von Pest und anderen pandemieartig auftretende Krankheiten zu kontrollieren. Abstand halten ist nicht schwer, zwischen 1,5 und 2 Meter sind doch ehr ein Höflichkeitsabstand, den viele Menschen sowieso schon immer gehalten haben. Viel schwieriger ist es eine Isolation mit Ausgehverbot oder strikteren Verhaltensregeln durchzuhalten. Das ist keine große Sache. Hygiene wird auch immer wieder dann stärker thematisiert, wenn Krankheiten drohen, auch das ist nicht wirklich eine neue Sache, die uns verunsichern muss. Gut, ich muss ehrlich sagen, dass ich Desinfektionsmittel vor der Corona-Pandemie sehr selten benutzt habe, das hat sich dann also doch verändert. Trotzdem ist es keine schwerwiegende Veränderung, darauf kann ich mich problemlos einlassen. Damit wäre geklärt, dass das A und das H der AHA-Formel keine Veränderung und auch kein Hindernis für ein normales Leben im Alltag darstellen. Was hat es denn nun mit dem 2. A auf sich? 

Es steht für Alltagsmaske, richtig, es gibt einen Mund-Nasen-Schutz, eine Gesichtsmaske oder einfach nur Maske, die in bestimmten Situationen getragen werden soll, um sich selbst und andere vor Covid19 oder auch Sars-Cov-2 zu schützen. Nun gut, das ist neu und vor dem März 2020 war es sogar verboten, Vermummungsverbot hieß es und wurde mit bis zu 2 Jahren Haft bestraft. Doch jetzt muss in Geschäften und geschlossenen Räumen eine Alltagsmaske getragen werden. Nun gut, die Maske muss keine besonderen Standards erfüllen, die Handhabung der Maske nach hygienischen Grundsätzen ist auch nicht nötig. In einigen Ländern wie Spanien sind die Vorschriften wesentlich strenger. In Spanien muss die Alltagsmaske immer getragen werden, wenn das Haus verlassen wird, das ist bei Sport und in der Hitze sehr unangenehm. 

Fakt ist, dass die Alltagsmaske durchaus Anlass zur Diskussion bietet, da sind die unterschiedlichen Standards und die Behandlung einerseits, die den Schutz in Frage stellen. Andererseits atmet man seine eigene Abgase ein, was sicher nicht gesund ist. In bestimmten Kontexten fällt auch auf, dass das Bedecken und Verstecken der Gesichtsmimik zu Problemen bei der Verständigung führen und somit Kommunikationsprobleme entstehen. Aber diese Probleme können auch zu einem Nachteil werden, beispielsweise in der Schule, wenn Kinder etwas lernen sollen, aber ein Teil der Information fehlt. Emotionen und Empathie werden hinter einer Maske auch schwerer erlebbar. Doch kann auf die Alltagsmaske verzichtet werden? 

Aktuell ist die Alltagsmaske ein wichtiger Teil der AHA-Formel, Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Ist das gut oder schlecht, weder noch, es ist einerlei. Derzeit ist es das Ziel zu versuchen, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. AHA. 

Nähe und die Corona-Pandemie

Digital statt analog. Unser Leben hat sich durch die Corona-Pandemie stark verändert. Der Alltag richtet sich neu aus, wir verbringen mehr Zeit allein und im Hausinneren. Das zeigt, dass wir nach und nach sich neue Routinen bilden müssen.

Anfangs hatten wir gehofft, dass das Virus schnell besiegt würde und wir zur Normalität zurückkehren könnten, also haben wir Hände gewaschen, Abstand gehalten und Maske getragen. Doch dann kam und ging der Sommer, jetzt ist es Herbst und die Laune wandert immer weiter nach unten. Problematisch ist, dass keine Hoffnung besteht, dass sich diese Situation bald verbessert. Die Zeit vergeht und Nichts passiert.

Je länger die Corona-Pandemie dauert, desto mehr fehlt allen Menschen Nähe und zwar ganz besonders körperliche Nähe mit Berührungen, aber auch Sex. Die Familien sind in ihrem Dasein auf die Kernfamilie zusammengeschrumpft, Großeltern und entfernt wohnende Familienmitglieder können nicht besucht und getroffen werden. Das schafft vielfältige weitere Probleme. 

Ein Problem ist die Einsamkeit, dazu wird nicht auf Vorsicht gesetzt, sondern Vertrauen auf ein verantwortungsvolles Verhalten wird durch Misstrauen ersetzt. Das beeinträchtigt die Psyche der Menschen. Depressionen nehmen zu und vergiften die Situation noch zusätzlich. Doch wir befinden uns erst am Anfang des Herbstes und der Winter ist noch weit weg. Das lässt Hoffnung und Mut noch weiter sinken. 

Die Corona-Pandemie verschlechtert den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Phänomen wird durch verschiedene Auswirkungen der Pandemie wie beispielsweise die BLM-Bewegung, diverse Minoritäten und Proteste von vielfältig zusammengewürfelten Gruppen verstärkt. Die Zersplitterung der Gesellschaft sorgt für Trennung und ein Gegeneinander statt ein Miteinander. 

In anderen Worten: Wir erleben soziale Isolation und wir leben ein geistiges Vakuum in chaotische Desorientierung eingebettet. 

Feste und Traditionen in Zeiten von Corona

Es gibt unzählige Feste und Feiern, zudem Traditionen und Bräuche, die zu unserer Kultur gehören und unsere Kultur auch ausmachen. Diesen Gepflogenheiten aufgrund der Corona-Pandemie nicht nachkommen zu können ist ein eindeutiger Einschnitt, den wir wahrnehmen, aber die Traditionen und Feste  werden diese Pandemie überleben. 

Dazu gehört es auch, dass wir erkennen und verstehen, dass das aktuelle Vorgehen unsere Tradition und Kultur angreift. Wir wissen wie wichtig das Brauchtum für unseren Alltag und unsere Identifikation ist. Darum geht es, wenn darüber verhandelt wird, ob bestimmte Feste wie Karneval, Fastnacht, das Oktoberfest oder beispielsweise Weihnachtsmärkte stattfinden. Denn klar, der Corona-Virus ist eine Bedrohung und dementsprechend muss verantwortlich gehandelt werden. Das heißt, wir müssen als Gesellschaft auf die schwachen Mitglieder Rücksicht nehmen. 

Das ist nicht neu, wir müssen immer wieder verhandeln, was getan werden muss und was vermieden werden muss, damit wir als Gruppe zusammenleben können. Das ist oft nicht leicht und in Anbetracht einer Gefahr, wie einem unsichtbaren Krankheitserreger sicher schwierig zu vermitteln. Zumal auch viele Informationen kursieren, die nicht gesichert gelten. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass wir derartige Situationen schon öfter gemeistert haben. 

Das zeigt, dass es in der Geschichte ab und an zu einem Aussetzen der Traditionen und Bräuche gekommen ist, diese dadurch aber nicht verschwunden sind. Es sind ja auch Traditionen, weil sie den Menschen wichtig sind. Nichts desto trotz ist es wichtig diesen Vorgang öffentlich zu diskutieren und klar zu machen worum es geht. Das Ziel ist nicht die Kultur, Tradition oder einen Brauch zu unterbinden, sondern Menschen zu schützen. Derzeit wissen wir noch zu wenig über das Virus und müssen deshalb davon ausgehen, dass es zu weiteren Wellen kommt, die unter Umständen verheerender sein können. 

Damit Feste und Traditionen auch dann noch gefeiert werden, wenn die Corona-Pandemie und das Virus unter Kontrolle sind, müssen wir jetzt mit Bedacht handeln.