Was ist ein gutes Photo? 

Photographie in Zeiten, in denen jeder mit dem Handy schnell, jederzeit und ohne groß nachzudenken Photos machen kann, lässt das die Photographie nicht obsolet werden? Nein. Ganz sicher nicht. 

Gut, man kann argumentieren, dass ein Handy-Photo ein Schnappschuss ist. Aber mal ehrlich, das sagt Nichts darüber aus, ob es sich um ein gutes Photo handelt oder nicht. Und ein bisschen Glück, im richtigen Moment den Auslöser zu drücken, gehört immer dazu. Aber was macht denn ein gutes Photo aus? Was macht eine Photographie bedeutungsvoll? 

Meines Erachtens bestimmt nicht die Kamera über die Güte und den Wert eines Photos. Ein gutes Photo wird immer mit den Möglichkeiten, die man zur Hand hat aufgenommen. Natürlich grenzt eine Kamera die Gestaltungsmöglichkeiten in gewisser Art und Weise ein, aber das tut jede Kamera, unabhängig von deren Preis oder Leistungsfähigkeit. 

Andalusische Impressionen by Facettenauge © Dorothea Schönfeld
Andalusische Impressionen by Facettenauge © Dorothea Schönfeld

Das Photographieren selbst ist zudem nur der Anfang, das Photo muss dann noch auf die eine oder andere Art in einem Kontext präsentiert werden. Ein farbiges Passepartout wird den Gesamteindruck und somit die Wirkung des Bildes beeinflussen. Das Photo kann auf einer Webseite digital ausgestellt werden. Je nach Ausstellungsort kann der Kontext beeinflusst und bestimmt werden. Es kann als einzelnes Bild ausgedruckt, gerahmt oder bewusst nicht gerahmt werden. Natürlich ist es auch möglich mehrere Photos zusammen zu präsentieren, sei es in einer Ausstellung, einem Photobuch oder sogenannten Photo-Zines. Viele Photos erscheinen in Zeitschriften mit einem begleitenden Artikel oder sie begleiten den Artikel. Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, die hier nicht alle genannt werden können. 

Wird ein Photo jedoch nicht gezeigt, fehlt die Präsentation und dann ist es, als ob es nicht existieren würde. – Natürlich gibt es auch Photos, die nie jemand zu Gesicht bekommt, das Photo stellt sich dann nicht der Öffentlichkeit, vielleicht ausschließlich dem Photographen, nun, dann kann es trotzdem ein gutes Photo sein. – Allerdings fehlt die Rezeption. Ein gutes Photo gefällt und zieht Betrachter an. Wenn ein Photo diese Wirkung auf das Publikum hat, kann es als gut angesehen werden. Für mich steht die Wirkung auf den Betrachter klar im Vordergrund.

Wie vielen Photographen und Künstlern fehlt auch mir der Mut zur Veröffentlichung von meinen Photos. Das möchte ich ändern, aber es fällt mir sehr schwer. In der Vergangenheit habe ich schon mehrere Photobücher veröffentlicht, die gut aufgenommen worden sind, daran möchte ich anknüpfen. 

Warum photographiere ich? (2)

Das Photographieren ist mir ein Bedürfnis. Die Ausrüstung ist zweitrangig, ich sehe es nicht als notwendig eine spezielle Kamera mit einem großen Namen zu benutzen, die Handykamera begleitet mich meistens und wird auch immer eingesetzt. Nichtsdestotrotz habe ich auch eine Spiegelreflexkamera (Canon EOS 100d), um gezieltere Photos aufzunehmen. Das heißt, ich gehe mit meiner Camera gezielt auf die Photojagd, zum Teil mit der Absicht bestimmte Photos oder eine Idee davon einzufangen. Andererseits gehe ich mit der Kamera auch los, um zu entspannen, Stress abzuwerfen, Zeit photographierend zu genießen. 

Zum Photographieren kam ich, weil ich es auch mal versuchen wollte. Ich wollte immer etwas Kreatives machen und ich habe verschiedene Arten der kreativen Auseinandersetzung ausprobiert. Zeichnen, Seidenmalerei, Farbenkleckserei, Basteleien, Schmuckgestaltung, genauso wie die Gestaltung von verschiedenen Alltagsgegenständen. Aber die Photographie begleitet mich kontinuierlich. 

Wenn ich fotografiere, dann werde ich zu einer in mir ruhenden, begeisterten Fotografin. Ich bin dann im Jetzt und Hier. Nichts anderes zählt. Ich empfinde Energie, Leben und Schönheit. Ich empfinde alles scheinbar intensiver. Ich kann frei atmen. 

Ein sehr lieber Freund hat einmal zu mir gesagt, wenn es (Photographie) das ist, was du tun möchtest, musst du es machen. Allerdings hatte ich da noch nicht den Mut oder auch nur die Beharrlichkeit Erst zu machen. Das möchte ich nun ändern. 

Andalusische Impressionen by Facettenauge © Dorothea Schönfeld
Andalusische Impressionen by Facettenauge © Dorothea Schönfeld